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Warum Dauerstress die Fettverbrennung behindern kann

By 18. Januar 2018 Allgemein No Comments
Dauerstress - Pure Food by Romy Dollé

Warum Dauerstress die Fettverbrennung behindern kann

Beitrag  von Christian Kollitsch

Heute ist überall von Dauerstress die Rede. Aber was ist Stress eigentlich und wieso kann er zum Problem werden in Sachen Fettverbrennung? Wenn du viel Dauerstress hast und in den letzten Jahren immer mehr Fett am Bauch zugelegt hast, ist dieser Artikel für dich interessant.

Was ist Stress eigentlich?

„Stress” kennen und haben wir alle. Aber Stress beschreiben ist gar nicht so einfach. In der Regel empfinden wir Stress als negativ, zum Beispiel in Form von Prüfungsstress. Er kann aber auch beflügeln und uns nach vorne bringen. Welches Gefühl verbindest du mit diesem Wort?

Was verbirgt sich hinter diesem Begriff? Zunächst muss man sagen, dass Stress eigentlich ein ganz normales Phänomen ist. Wir müssen zunächst zwischen “normalem” und “un-normalem” Stress unterscheiden.

Normaler Stress ist zum Beispiel die Beanspruchung deiner Muskulatur beim Training. Wenn du im Fitnessstudio Gewichte hebst, ist das Stress für die Muckis. Diesen Stress würden die allermeisten wohl als “normal” bezeichnen. Auch das innere Herzrasen und die Aufgeregtheit auf einer Bühne mit Publikum ist “normaler” Stress. Ja und sogar die schnelle Reaktion deines Armes beim Berühren einer heißen Herdplatte, mit all ihren Folgen, ist eine normale Stressreaktion.

Fassen wir “normalen” Dauerstress als akuten Stress zusammen, der nicht lange anhält. Wichtig ist jedoch, dass es einen Anfang und ein Ende gibt. Jedes Training geht zu Ende, jedes Lampenfieber verschwindet und auch die Erfahrung mit der Herdplatte ist nur kurzweilig.

Stress stört unser inneres Gleichgewicht

Physiologisch und auf uns Menschen bezogen, ist Stress eine Störung der inneren Balance (der Homöostase). Wird diese durch einen Stressor gestört, reagiert unser Körper mit einer Stressreaktion. In dieser Stresssituation erleben wir dann wie unser Körper versucht, das alte Gleichgewicht wiederherzustellen.

Geraten wir in Stress, passiert etwas in unserem Körper. Das Herz fängt an zu rasen, der Atem wird schneller und die Muskeln verspannen sich. Diese Reaktionen des Körpers sind bei jedem Menschen gleich und können als uralte biologische Überlebensmechanismen bezeichnet werden. Wirken sogenannte Stressoren auf uns ein, werden diese Mechanismen aktiviert. Es gibt körperliche, seelische, soziale und gesellschaftliche Stressoren.

Hie eine Liste möglicher Stress-Auslöser

  • Körperliche Stressoren: Temperatur, Lärm, Hunger, Schlafdefizit, Bewegungsmangel und andere 
  • Seelische Stressoren: Ängste, Sorgen, Zeitdruck, Leistungsüber- beziehungsweise -unterforderung, Prüfungssituation, negative Gedanken, katastrophisieren und andere
  • Soziale Stressoren: Konflikte, Mobbing, Meinungsverschiedenheiten, Verlust von Personen, Ablehnung, Gruppendruck, Rivalität und andere
  • Gesellschaftliche Stressoren: steigende Arbeitslosigkeit, Kriege, Terrorismus, bürokratische Strukturen und andere

Unsere Vorfahren aus dem Paläolithikum hatten jeden Tag mit Stress zu tun. Nahrungsknappheit, Kälte, Überlebenskampf, Krankheit usw. haben lange Zeit gnadenlos auf uns eingewirkt.

Der Körper hat im Laufe der Evolution sein Stresssystem daraufhin perfektioniert. Kämpfen, Fliehen und Aushalten sind die daraus resultierenden Stressreaktionen. Wer einem Bären im Wald begegnet, der kann eben nur wegrennen, sich tot stellen oder kämpfen, wobei letzteres in diesem Fall weniger zu empfehlen ist.

Egal welchen Stress wir erleben, wir benötigen in einer Stresssituation immer zusätzliche Energie. Jede Stresssituation muss durch eine Energieleistung (Kämpfen oder Fliehen) gemeistert werden. Um Energie bereitzustellen nutzt der Körper das weitverzweigte Nervensystem sowie das hochspezialisierte Hormonsystem. Mithilfe der Nerven und der Hormone kann der Körper also innerlich kommunizieren. Jetzt wird es langsam interessant in Hinblick auf das Thema Fettverbrennung.

Innere Aktivität bei Stress

Solange Stress kurz anhält, ist er für uns kein Problem und hilft uns sogar bei der Fettverbrennung. Denn Stress kostet uns Energie, das bedeutet in einer Stresssituation muss unser Körper extra Energie bereitstellen.

Dies macht er über bestimmte Nervensignale zum Beispiel an unsere Muskeln, die jetzt im Aktionsmodus sind oder an Organe wie Herz und Lunge, die schneller arbeiten. Dazu kommt die Ausschüttung bestimmter Stresshormone. Einige kennst du sicher: Adrenalin und Noradrenalin.

Diese Hormone werden bei akutem Stress als erstes ausgeschüttet und liefern uns sofort Energie zur Bewältigung der Stresssituation.

Dauert die Stresssituation allerdings länger an, benötigt unser Körper natürlich auch mehr Energie. Jetzt wird in einer zweiten Welle zusätzlich das Hormon Cortisol ausgeschüttet, welches uns neue Energie im Körper verfügbar macht. Dieses Hormon aktiviert unsere Energiereserven aus der Leber, der Muskulatur und den Fettzellen.

Problem chronischer Stress

Wie du schon weisst, dient Stress dazu, ein inneres Gleichgewicht wiederherzustellen. Die Sprache unseres Körpers sind Nervensignale und Hormone. Jede Zelle hat bestimmte Rezeptoren, die auf ein solches „Sprachsignal“ reagieren können.

Unsere Zellen und Organe reagieren also bei einer “Gefahr” mit einer Erhöhung der Durchblutung, einer gesteigerten Herzaktivität, einer schnelleren Atmung usw. um Herr der Lage zu werden. Die Bewältigung einer Stresssituation durch Kampf oder Flucht stellte sich in der Zeit der Jäger und Sammler als äusserst sinnvoll und überlebensnotwendig dar. Nur was passiert, wenn die Gefahr nicht vorbei geht?

Viele der heutigen Probleme und Stressoren sind von längerer Dauer. Und immer mehr Menschen gehen bei Dauerstress lieber in Deckung, anstatt gegen den Stress zu kämpfen. Dadurch ergibt sich eine Problematik: Zu viel angestaute Energie im Körper entsteht.

Chronischer Stress führt dazu, dass in unserem Körper fortlaufend Energie bereitgestellt wird. Das Hormon Cortisol bewirkt zum Beispiel einen Muskelabbau, um aus dem Muskeleiweiss “neue” Energie zu erzeugen. Wer dem durch Training und Ernährung nichts entgegensetzt, verliert so schnell seine wertvolle Muskelmasse. Das wiederum hat dann möglicherweise Auswirkungen auf deine allgemeine Verbrennung von Kalorien. Sprich du nimmst auf Dauer zu.

Waren die Stresshormone bei akutem Stress noch Gold wert, werden sie jetzt langsam zum Problem. Cortisol, das aus Cholesterin gebildet wird, steigert den Blutdruck, den Blutzucker und die Blutfette, damit möglichst schnell Energie für die Bewältigung der Stresssituation zur Verfügung steht. Leider können wir heute oftmals nicht immer sofort kämpfen oder weglaufen, gerade wenn der Dauerstress aus dem direkten Umfeld (Arbeit oder Familie) kommt.

Die Folge: Der Körper reagiert mit einer erhöhter Insulinausschüttung, um die Energie zu verwerten, was wiederum dauerhaft negative Folgen, zum Beispiel Insulinresistenz haben kann. Hierdurch besteht eindeutig die Gefahr an Fett zuzunehmen. Besonders im Bauchbereich, dem sogenannten Viszeralfett, legen wir bei chronischem Stress zu. Dieses Fett begünstigt nachgewiesenermassen Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes Typ 2, Krebs und Alzheimer.

Ein weiterer Aspekt im Hinblick auf Stress und Übergewicht ist eine erhöhte Nahrungsaufnahme. Bei Kummer und Ärger ist der Griff zur Schokolade oder dem Weingummi nicht weit. In anhaltenden Stresssituationen futtern wir mit Vorliebe Süsses oder Fettiges. Klar, denn diese liefern ja wieder schnell verfügbare Energie und beruhigen uns zudem noch kurzfristig mental.

Mein Fazit zum Thema Stress und Fettzunahme

Akuter Stress ist kein Problem, da er uns Energie kostet, was sich in einer verbesserten Kalorienbilanz äussern kann.

Stressoren, die jedoch von Dauer sind benötigen auch dauerhaft Energie. Das kann langfristig zum Problem werden, wie ich in diesem Artikel erläutert habe.

Neben Reizbarkeit, Müdigkeit, Schmerzen, hohem Blutdruck, Verdauungsbeschwerden, Durchblutungsstörungen, erhöhte Infektionsanfälligkeit, Stimmungsschwankungen, Spannungskopfschmerzen und Migräne, Zyklus- und sexuellen Störungen etc. beobachtet man auch bei vielen Menschen ein schleichendes Übergewicht mit Fettzunahme am Bauch.

Ein Grund: Chronischer Stress führt zu erhöhter Energiebereitstellung im Körper, die in Kombination mit einer ungünstigen Ernährung und Bewegungsmangel zu Fetteinlagerung am Bauch führen kann.

Zur Bewältigung spielt der Dreiklang aus der richtigen Ernährung, Bewegung und Regeneration eine Schlüsselrolle. Der Paleo Lifestyle kann hier bereits das beste Stressmanagement sein. So ist es möglich, Herr der Lage zu werden. Natürlich sollte der Stressor, also der Auslöser, ebenfalls identifiziert und auf Dauer beseitigt werden.

Christian Kollitsch / Prinzip Paleo

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