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Hüftfetthormon – Eine Anleitung um überschüssiges Östrogen loszuwerden

By 3. Dezember 2017 Allgemein No Comments
Östrogen - Pure Food by Romy Dollé

Wieso gibt es Phasen, in denen der Körper bevorzugt Körperfett an den Hüften und Oberschenkeln speichert?

Wenn alle Prozesse im Körper optimal funktionieren, werden alle Hormone in der notwendigen Menge und im richtigen Verhältnis zueinander ausgeschüttet.

Nun gibt es in der heutigen Zeit viele negative Einflussfaktoren auf unseren natürlichen Hormonhaushalt. Östrogen – das weibliche Sexualhormon – ist oft zu dominant und bringt die Hormonbalance aus dem Gleichgewicht.

Diese Östrogendominanz – zu viel Östrogen im Verhältnis zu Progesteron – kann bei Frauen und Männer vorkommen. Beim Mann sind optisch verweiblichte Formen wie z.B. Ansätze zu Frauenbrüsten, Schwierigkeiten beim Muskelaufbau und verweichlichte Charakterzüge auffällige Symptome. Bei der Frau bilden sich die typischen Fettpolster an den Hüften und Oberschenkeln (auch Reiterhosen genannt).

Nicht nur optisch ist eine Östrogendominanz unerwünscht, auch die Gesundheit leidet darunter.

Was können Anzeichen für eine Östrogendominanz sein?

  • PMS (Prämenstruelles Syndrom)
  • Depressionen
  • Brustziehen und -schmerzen
  • Schilddrüsenprobleme
  • Krämpfe während der Menstruation
  • Starke Blutungen
  • Zysten in der Brust und Eierstöcken
  • Kein Lust auf Sex
  • Fettansammlungen an Hüften und Oberschenkeln bei der Frau, Brustansätze und Bierbauch beim Mann

Wie kann es zu einer Östrogendominanz kommen?

Die Ursache kann zu viel Östrogen oder zu wenig Progesteron sein. Es kann auch eine mangelhafte Ausscheidung von überschüssigem Östrogen in der Leber sein. Östrogen hat eine begrenzte Lebensdauer. Sobald das Hormon verbraucht ist, wird es recycelt oder ausgeschieden. Ist die Leber mit diesem Ausscheidungsprozess überfordert, wird das verbrauchte Östrogen im Körper gesammelt. Damit die Abfallstoffe nicht die lebenswichtigen Organe schädigen, werden sie möglichst weit weg an den Hüften und Oberschenkeln des Körpers gelagert.

Eine weitere Ursache einer Östrogendominanz kann eine zu hohe Aromatase (Umwandlung von Testosteron in Östrogen) sein. Zu einer erhöhten Aromatase kann es durch einen Mineralstoffmangel von Zink, Magnesium, Selenium und/oder Vitamin D3 kommen. Ein zu hoher Körperfettanteil erhöht ebenfalls die Aromatase. Der regelmässige Konsum von Alkohol – im speziellen Bier – kann die Aromatase auch erhöhen und die Testosteronproduktion reduzieren. Symptome sind Bierbauch und oft eine Fettleber.

Gründe, die zu einer Östrogendominanz führen können:

  • Verhütungsmethode enthält Östrogen (z.B. die Pille)
  • Chronischer Stress
  • Inhaltstoffe in Fertigprodukten, Kaugummi und abgepackten Lebensmitteln
  • Soja, Leinsamen und andere Phytoöstrogene
  • Zu wenig Bewegung
  • Zu viel Körperfett

Ein Überfluss an Östrogen hat für Frauen und Männer negative gesundheitliche Konsequenzen:

  • Ansammlungen von Körperfett
  • Schwierigkeiten Muskeln aufzubauen
  • Schlechte Konzentration
  • Bevorzugtes Milieu für Krebszellen
  • Probleme schwanger zu werden
  • Schlechte Spermienqualität
  • Anfällig für Depressionen

Es gibt zwei Kategorien von Östrogen: Endogenes Östrogen und Xeno-Östrogen

Generell ist Östrogen für Frauen und auch für Männer ein wichtiges Hormon. Für Männer ist es speziell für die Knochengesundheit und die Produktion von guten Spermien wesentlich. Männer brauchen jedoch sehr wenig Östrogen um gesund zu sein.

Es gibt das natürlich vorkommende endogene Östrogen und das synthetische Xeno-Östrogen:

  • Endogenes Östrogen wird primär in den Eierstöcken der Frau und den Hoden des Mannes produziert.
  • Xeno-Östrogene sind körperfremde Substanzen, die in der Umwelt vorkommen und natürliche Östrogene nachahmen. Diese Substanzen können die Aktivitäten, die Östrogene im Körper bewirken, erhöhen.

Worin befinden sich Xeno-Östrogene?

  • Kosmetikprodukte (Make-up, Zahnpaste, Körpercreme, Sonnenschutzmittel, Shampoo, Seifen, Parfüme, Haarpflegeprodukte, Nagellack und –entferner, etc.)
  • Putzmittel
  • Duftkerzen, Luftbefrischer
  • Recycling Papier
  • Plastiksäcke
  • Plastik- und Kartonteller, -becher, -besteck
  • Aluminiumpfannen erhöhen ebenfalls die Aromatase

Wie kann ich überschüssiges Östrogen ausscheiden? (Tipps für Frauen und Männer)

Der schöne Nebeneffekt beim Ausleiten von überschüssigem Östrogen ist, dass sich nicht nur die Gesundheit verbessert, sondern auch der Körperfettgehalt normalisiert wird. Folgende Massnahmen sind notwendig, um überschüssiges Östrogen auszuleiten und/oder um den Aufbau einer Östrogendominanz zu vermeiden:

  • Östrogen-optimierte Ernährung (siehe Infos weiter unten)
  • Körperfett abbauen
  • Verhütungsmethode ohne Hormone wählen
  • Aromatase reduzieren (weniger Testosteron in Östrogen umwandeln)
  • Nahrungsergänzung um die Leber zu unterstützen und die Ausscheidung zu erhöhen (siehe Infos weiter unten)
  • Xeno-Östrogen vermeiden
  • Stress reduzieren
  • Krafttraining -> verstärkt den Leber-Detoxprozess, verbessert die Insulin-Sensibilität, unterstütz den Körperfettabbau, mildert die Stimmungsschwankungen, welche durch eine Östrogendominanz verstärkt werden, reduziert die Stresshormone

Relativ schnell erkennt man eine Verbesserung der Symptome, wenn der Lebensstil und die Ernährungsweise optimiert werden. Bei hartnäckigen Beschwerden kann ein Hormontest weitere Klarheit schaffen.

Östrogen-optimierte Ernährung 

  • Ausreichend grünes Blattgemüse essen (unbedingt Bio-Qualität, damit nicht Pestizide/Xeno-Östrogene aufgenommen werden!). Blattgemüse enthält viele Ballaststoffe. Diese binden sich an die verbrauchten Östrogene und scheiden zusammen auf natürliche Weise aus. Die Hormon-Expertin Dr. Ann Luise Gittleman empfiehlt 25 bis 35g Ballaststoffe pro Tag aufzunehmen.
  • Kohlgemüse (Brokkoli, Blumenkohl, Blaukohl, Federkohl, etc.)
  • Omega3-Fettsäuren erhöhen (fetter Fisch aus Wildfang und/oder Nahrungsergänzung)
  • Grüner Tee
  • Zu vermeiden sind Nahrungsmittel, die folgende Substanzen enthalten:
    • Zucker
    • Getreide
    • Omega6-Fettsäuren (Getreideöle, Samen, Nüsse, etc.)
    • Phytoöstrogene (Soja, Leinsamen, Hülsenfrüchte, Samen, etc.)
    • Alkohol
  • Nahrungsergänzung um die Leber (Ausscheidung) zu unterstützen: B Vitamine, Choline, Zink, Magnesium, Selenium, Vitamin D, Melatonin und DIM (ein Nährstoff, der in Kohlgemüse enthalten ist)
  • Kräuter, die ebenfalls die Ausscheidung über die Leber fördern: Mariendistel und Löwenzahnwurzel
  • Für die Galle L-Taurin; diese Aminosäure fördert die Gallen-zirkulation und erhöht dadurch die Ausscheidung von Östrogen

Vorbeugend kann täglich ein Anti-Östrogen eingenommen werden z.B.  Traubenkernextrakt, Resveratrol oder Kurkuma. Zwei bis drei Mal pro Woche ein Ganzkörper-Krafttraining durchführen und ausschliesslich Kosmetikprodukte aus 100% natürlichen biologischen Inhaltsstoffen (z.B. Ringana) benutzen. Grundsätzlich möglichst alle Xeno-Östrogene meiden und chronischen Stress reduzieren.

Ein ausgeglichener Hormonhaushalt ist für die Gesundheit und Zufriedenheit – psychisch und physisch – von unschätzbarem Wert. Es lohnt sich, sich damit zu befassen und sich um seine Hormone zu kümmern.

Romy Dollé

Quellen:

Home

http://main.poliquingroup.com/ArticlesMultimedia/Articles/PrinterFriendly.aspx?ID=801&lang=EN 1/5

http://www.strengthsensei.com/estrogens-fat/

25.11.2017 10 Ways To Lower Estrogen Toxic Load by Chalres Poliquin

http://paleoforwomen.com/are-you-estrogen-dominant/

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